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Durchhänger, Ungeduld, Selbstzweifel !!

 
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kaboll



Anmeldungsdatum: 31.07.2009
Beiträge: 17
Wohnort: Landkreis Main-Spessart

BeitragVerfasst am: 04.02.10 - 19:45:41    Titel: Durchhänger, Ungeduld, Selbstzweifel !! Antworten mit Zitat

Hallo,

nachdem ich schon ein paar Mal wertvolle Hilfe und Unterstützung erfahren durfte, versuche ich es erneut mit einem Problem.
Zur Zeit habe ich einfach das Gefühl, nicht wirklich vorwärts zu kommen. Rund um die Harmonielehre klappt es ganz gut, die Töne kommen auch ganz ordentlich und ich übe so gut wie jeden Tag und nach wie vor mit viel Freude. Dann kommt meine Unterrichtsstunde (bin inzwischen viel ruhiger geworden), aber einmal kommt der Ton nicht sauber, verwechsle ich die Note, spiele ich mit meinem Lehrer zweistimmig, komme ich meistens raus bzw. bin zu schnell oder zu langsam etc. Also kurz und gut, so richtig rund, läuft es selten. Fazit, ich übe und übe immer auf der Stelle. Etwas Frust macht sich langsam in mir breit. Ich bilde mir ein, es müsste schneller voran gehen. Bin ich doch nicht so geeignet, ungeduldig usw.? Zweifle an mir inzwischen und habe langsam einen richtigen Durchhänger. Mein Lehrer meint, das wird schon, ich mache mich zu sehr verrückt und die Erwartungen sind vielleicht zu hoch ?
Ist so eine Phase normal, hat die jeder mal ? Spiele jetzt seit 1 1/2 Jahren, an der Motivation und Freude am Instrument liegt es ganz bestimmt nicht. Komme ich noch voran ?
Vielleicht geht oder ging es ja anderen auch so oder ähnlich, es würde mich sicherlich wieder aufbauen.

Danke Euch schon mal.
Gruß Karin
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Clownfisch



Anmeldungsdatum: 06.12.2003
Beiträge: 1144
Wohnort: Detmold

BeitragVerfasst am: 04.02.10 - 19:52:46    Titel: Antworten mit Zitat

Mach disch nisch verrückt. Ich gehe mal davon aus, dass du schon etwas fortgeschrittenen Alters bist. Da sind die gesteckten Ziele, gerne vollkommen übertrieben und die Ungeduld unbegrenzt. Lass dir Zeit, sicher hat jeder mal nen Durchhänger. Aber ich denke du stehst gerade an einer Schwelle. Mach einfach weiter und in ein paar Tagen lachst du über das "Problem".
_________________
Wolfgang Dietz A/B-Klarinettensatz Solist 21, enge Bohrung, Viotto BF, Schnur, Arundos Aida 3.
Selmer Référence 54 Es-Alt Kookaburra, Super Session E, GF-Schraube, Gonzalez 2 1/2, oder 2 1/4
www.jugendmusikkorps-avenwedde.de
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RoBass



Anmeldungsdatum: 05.12.2009
Beiträge: 750
Wohnort: da wo andere Urlaub machen

BeitragVerfasst am: 04.02.10 - 20:01:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hihi 1,5 Jahre - Karin, Du bist perfekt musterkonform Wink Nein im Ernst, mach Dir da mal keinen Kopf. Der Anfang geht einfach schnell und befriedigt enorm (man lernt z.B. 2-3 Noten pro Monat dazu und jede zweite Woche ein kleines neues Stück). Der Erfolg motiviert. Und dann kommt die erste Routine und man hat Zuwächse unterhalb von 1 Ton pro Monat.-(

Aber sei Dir sicher, selbst gestandene Musiker proben an einigen Stücken monatelang... Stell Dir mal vor, wie Dich das "langweilen" wird, wenn Du irgendwann keine neuen Töne oder Läufe mehr lernst, sondern "nur" noch Stücke übst!

Ich würd mir an Deiner Stelle einfach die Frage stellen, warum Du spielen willst. Dann spielst Du einfach das, was Dir am besten gefällt, und umgehend kommt auch der Kampfgeist wieder zurück Wink Der Motivationsknick vergeht bald wieder.

Gruß
Roman
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Regine



Anmeldungsdatum: 02.01.2009
Beiträge: 315

BeitragVerfasst am: 04.02.10 - 22:56:36    Titel: Antworten mit Zitat

hat, glaube ich, jeder schon einmal erlebt. Ich auch, und ich spiele auch ca seit 1 1/4 Jahren. Bin mir zeitweise echt wie der erste Mensch vorgekommen und habe mich gefragt, woher mein Lehrer die Geduld nimmt.
Egal: weiterüben und darauf vertrauen: irgendwann kommts! Mein Prolemchen hat sich dann nach ca 3 Wochen gegeben. Wink
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Pooh



Anmeldungsdatum: 25.01.2006
Beiträge: 630
Wohnort: Sendenhorst

BeitragVerfasst am: 04.02.10 - 23:01:01    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ist so eine Phase normal, hat die jeder mal ?


Weiß nicht - aber ich hatte sowas schon ein paarmal (ich spiele allerdings schon etwas länger als Du). Nichts geht, was man auch macht, der Ton ist jenseits von gut und böse, die Blätter lassen Dich mal wieder im Stich, ... man fragt sich "warum tu ich mir das an? Warum habe ich nichts Gescheites gelent?" (seufz)

Es ist bisher IMMER wieder aufwärts gegangen. Hoffentlich baut Dich das jetzt auf Wink

Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen. Du bist motiviert, hast Freude am Instrument - mach' Dir klar, was sich in den letzten 11/2 Jahren schon Positives getan hat und versuche gelassen zu bleiben.
_________________
“Practice and hope, but never hope more than you practice” (Kalmen Opperman)
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fruitbat



Anmeldungsdatum: 16.02.2009
Beiträge: 294

BeitragVerfasst am: 05.02.10 - 0:03:10    Titel: Antworten mit Zitat

Versuch einfach, die Freude am Lernen zu haben, anstatt irgenwelche Ziele ins Auge zu fassen. Naja, das klingt schulmeisterhaft, aber ist doch so. Wenn Du ehrlich bist, kannst Du doch sicher schon viel mehr, als vor 2 Wochen, oder? Es geht immer nur in kleinen Schritten vorwärts, aber es passiert was. Und laß Dich nicht von einem Lehrer drängeln, bleib locker, Musik hat was mit Muse zu tun...
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Osgood



Anmeldungsdatum: 14.07.2008
Beiträge: 80
Wohnort: 26506 Norden

BeitragVerfasst am: 05.02.10 - 0:17:11    Titel: Antworten mit Zitat

Geht mir genau so, Karin. Ich spiele auch seit 1 1/2 Jahren und habe die gleichen Erfahrungen. Gerade heute war mal wieder so ein Tag, an dem man am besten die Klari gar nicht angefasst hätte. Aber ich habe auch Tage (manchmal nach wochenlangen Tiefs), an denen ich denke: Super, geht doch! Der Lernfortschritt ist wohl ein Auf und Ab, aber es geht tendentiell nach oben.

Manchmal hilft auch etwas Abstand. Wenn ich beispielsweise mal urlaubsbedingt einige Zeit nicht gespielt habe, geht manches wieder viel besser. Ich glaube, man kann sich auch an Problemen festbeißen.

Einen lieben Gruß und viel Mitgefühl

Helmut
_________________
Dem Guten das Gute
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Anja H.



Anmeldungsdatum: 08.03.2009
Beiträge: 131
Wohnort: Bayr. Oberland

BeitragVerfasst am: 05.02.10 - 7:52:54    Titel: Antworten mit Zitat

Ich mache das auch so: Wenn's nicht läuft, mach mal wenigstens einen Tag Pause.

Wenn Du einen Lehrer / eine Lehrerin hast, die entspannt ist, macht es ja nichts, wenn es mal nicht so schnell voran geht.

Für schlechte Tage gibt es auch Ausgleich durch besonders Gute Tage, an denen alles besser geht als sonst Wink
_________________
- Adler 323 - Wurlitzer D4 / Esser Solo 2.5-3 - GF-Schraube oder Schnur -
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klarimond



Anmeldungsdatum: 30.10.2008
Beiträge: 81

BeitragVerfasst am: 05.02.10 - 14:26:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe das auch und nicht nur bei der Klarinette. Was auch immer du lernst du bewegst dich ja immer genau an deiner Leistungsgrenze. Da ist es ganz normal so richtig unzufrieden zu sein. Vor allem wenn die die ersten großen Hürden genommen sind. Die Fortschritte die Du momentan machst fallen Dir selber gar nicht so auf. Unsere Lehrer haben nicht umsonst so viel Geduld mit uns.
Was ich in solchen Phasen ganz gerne mache - ich gehe zurück. Ich suche mir Stücke mit denen ich vor einigen Monaten noch gekämpft habe und die ich oft auch gar nicht wirklich zufriedenstellend hinbekommen haben. Und siehe da - die gehen auf einmal und hören sich richtig nett an. Daran sehe ich was ich gelernt habe. Dann geht es mir meistens gleich besser.
_________________
"Die Musik beruht auf der Harmonie zwischen Himmel und Erde, auf der Übereinstimmung des Trüben und Lichten." Lü Bu We
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Clara's Clari



Anmeldungsdatum: 23.01.2009
Beiträge: 9
Wohnort: Krefeld

BeitragVerfasst am: 06.02.10 - 10:49:37    Titel: Lernfrust Antworten mit Zitat

Ja, den Frust, mit dem Lernen nicht richtig voran zu kommen, kenn ich mittlerweile auch sehr gut. Ich spiel mittlerweile seit 1 1/2 Jahren Klarinette, mein erster Lehrer war so ein Allrounder
in einer Bläserschule, er hat mir in einem Jahr mehr oder weniger im Einzelunterricht die ganze 3-jährige Grundausbildung beigebracht. Da kam ich natürlich sehr schnell voran. Danach habe ich dann zu einem "richtigen" Klarinettenlehrer gewechselt.

Er hat, was ich auch gut fand, erst mal einen Gang zurückgeschaltet und mir ein paar Ansatz- und atemtechnische Unarten abgewöhnt.
Ich dachte , jetzt geht es gemütlich weiter (ich bin 44Jahre alt und Klarinettespielen ist schließlich nur mein Hobby, wenn auch mein
liebstes), da kommt er auf die Idee, ich könnte ja mal das Concertino von Weber lernen. Als wir damit angefangen haben, war ich sehr verunsichert, weil ich es sehr schwer finde und gleichzeitig mächtig beeindruckt, dass er mir das schon zutraut.
Wir sind jetzt seit ca. 4 Wochen daran, immer noch in der ersten Hälfte, mit den schnellen Läufen klappt es von den Fingern her langsam besser, aber jetzt kommen die alten Unarten mit Ansatz und Atmen oft wieder durch. Und an das richtige Tempo komme ich auch noch nicht wirklich heran. Ich hab es mir öfter mal von Profis angehört, das frustet natürlich dann erst recht. Wenn man das ganze vernünftig betrachtet, war es wohl einfach noch zu früh, aber jetzt habe ich mich daran festgebissen und geb auch nicht auf, selbst wenn ich ein halbes Jahr dafür brauche.
Zwischendurch spiele ich aber immer noch andere Sachen , die ich schon kann, ich spiel noch in einem kleinen Schülerorchester oder schonmal mit anderen im Duett. Sonst wird der Frust zu groß.
Ich empfinde es auch als unangenehm, wenn man so an seine Grenzen stößt, andererseits - wenn ich das Concertino irgendwann mal flüssig spielen kann, bin ich echt stolz.

Ruth
_________________
Selmer 10S Vollböhm mit Selmer-Mundstück
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Reedirect



Anmeldungsdatum: 23.08.2009
Beiträge: 302
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 08.02.10 - 16:27:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Karin,

wie Du siehts, kennen das hier alle. Sogar Topleute (Ja, die, wo man beim Zuhören anfängt zu weinen Crying or Very sad ) berichten, dass sie ihr Instrument schon das eine oder andere Mal in beiden Händen haltend kurz vorm angewinkelten Knie gestopppt haben Wink

Lernerfolg läuft nicht linear!

So isses halt...und wenn's einfach wär', könnt's ja jeder.

Gruß
Jo
_________________
Selmer Centered Tone; Selmer Nr. 9; Selmer HS**; Vandoren V12, 56 Rue Lepic; 2,5-3; BG L2 Blattschraube
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kaboll



Anmeldungsdatum: 31.07.2009
Beiträge: 17
Wohnort: Landkreis Main-Spessart

BeitragVerfasst am: 09.02.10 - 21:59:13    Titel: Das gibt neuen Mut ! Antworten mit Zitat

Hallo an alle "Mutmacher",

ich bin echt überrascht und beeindruckt, jeder Beitrag zu meinem "Hilferuf" ist anders und trotzdem erkenne ich mich in jedem wieder bzw. bringt er Licht in meine etwas düstere Phase.
Es kommen in der Tat viele kleine Details zusammen, die dann plötzlich die gesteckten Ziele in weitere Ferne rücken lassen.
Die aufbauenden Beiträge können aber auch ganz schnell neuen Mut machen und wenn man erkennt , es gibt auch noch andere mit den gleichen Erfahrungen, sieht man alles wieder positiver.
Ich werde nicht aufgeben, mein Instrument gehört inzwischen unverzichtbar zu mir. Es wir auch immer weiter gehen, ich habe ja auch schon wirklich viel gelernt. Aber auch das habe ich erst durch die verschiedenen Beiträge wieder erkannt.

Herzlichen Dank für Eure aufbauende Unterstützung.
Freue mich sehr, wenn ich auch in Zukunft bei auftretenden Zweifeln oder Fragen auf Euch zählen darf. Besonders toll finde ich es, dass die sog. "alten Hasen" in der Musik so ein offenes Ohr für die Neulinge haben. Respekt !

Gruß Karin
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